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Salzburg - AENEAS Maßnahme 2
Sicherheitstraining für ältere Fahrgäste und Fahrerschulungen

Beim praktischen Training liegt der Schwerpunkt beim Vermeiden von Stürzen
 
Ein Teil des Trainings ist eine begleitete Busfahrt in kleinen Gruppen
 
Trainingsteilnehmer warten auf den Bus – Pferdeschwemme

Hintergrundinformation

Stürze und Unfälle sind eine große Gefahr, denen sich ältere Menschen während einer Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ausgesetzt fühlen. Oft reicht schon eine einzige schlechte Erfahrung, dass ältere Menschen nicht mehr mit dem Bus fahren (wollen). Die Angst noch einmal hinzufallen und andere aufreibende Situationen führen vor allem bei älteren Menschen zu einem natürlichen Vermeidungsverhalte, sodass sie die Nutzung des öffentlichen Verkehrs für immer aufgeben.

Vor allem im Hinblick auf die demographische Veränderung und die Überalterung der Gesellschaft ist es wichtig das selbstbestimmte Leben älterer Menschen zu erhalten und die
Eigenständigkeit der Mobilität als eine Voraussetzung dafür zu sehen. Es ist notwendig Produkte und Dienstleistungen so zu gestalten, dass sie die Grundbedürfnisse älterer Menschen unterstützen und fördern und so deren gesellschaftliche Teilhabe sicher gestellt wird.

Dafür ist es notwendig Barrieren und Hemmschwellen zu entfernen, die ältere Menschen daran hindern den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Wir sehen es als eine Notwendigkeit auf die Bedürfnisse älterer Menschen einzugehen um ihnen eine sichere Nutzung des öffentlichen Verkehrs so lange wie möglich bestenfalls auch lebenslang zu ermöglichen. Das Hauptziel ist es das Umfeld so zu gestalten, dass ältere Menschen so lange wie möglich aktiv und mobil bleiben können, somit zusätzliche Kosten für Sondertransportservices vermieden werden und selbstverständlich ältere Menschen so lange wie möglich als Kunden zu behalten.


Sicherheitstraining für ältere Fahrgäste und Fahrerschulungen

Um ältere Menschen dazu zu ermutigen den Bus zu benutzen und ihnen hilfreiche Tipps und Tricks zu geben um Unfälle zu vermeiden, entwickelte das ZGB Zentrum für Generationen & Barrierefreiheit und der StadtBus ein Sicherheitstraining für ältere Fahrgäste. Zudem wurden die Bedürfnisse älterer Fahrgäste in die Fahrerschulungen integriert.

Das Fahrgastraining wurde mit Berichten in den lokalen Medien bekannt gemacht und an Informationsständen, externen Veranstaltungen und über Partnerorganisationen beworben. Nach Eingehen der Anmeldung erhält jeder Teilnehmer eine schriftliche Bestätigung mit den genauen Informationen über Treffpunkt, Uhrzeit, Dauer des Trainings und wie man den Veranstaltungsort am besten erreicht. Während des Sicherheitstrainings lernen die SeniorInnen in kleinen Gruppen wie man sicher ein- und aussteigt, wie man einen Sitzplatz bekommt und wie man Stürze während der Fahrt vermeiden kann. Um die Nachhaltigkeit des Trainings zu gewährleisten wurde eine Sicherheitsbroschüre verlegt, sowie wurde eine Vielzahl anderer Marketingmaßnahmen, die die Zielgruppe direkt ansprechen, erfolgreich umgesetzt.

Zusätzlich zum Fahrgasttraining ist es aber notwendig sicherzustellen, dass auch die Fahrer über die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen Bescheid wissen. Aus diesem Grund wurde auch eine spezielle Trainingssequenz in die Fahrerschulungen integriert. Um das Training einfach in andere Städte übertragen zu können wurden sogenannte Toolboxen für Fahrer und Fahrgäste entwickelt. Diese Toolboxen enthalten neben einem Film, ein Trainingshandbuch sowie eine Anleitung für die Fahrerschulung und wurden bei dem Aeneas-Workshop im November 2010 in Salzburg vorgestellt.


Erfahrungen aus Salzburg

Die Evaluation dieser Maßnahme zeigt, dass sichere Mobilität auch im bzw. vor allem im Alter wieder erlernt werden kann. Ältere Menschen sind fähig Routinen in Stress behafteten Situationen zu erlernen indem sie bekräftigt werden persönliche Ressourcen, Fähigkeiten und Kenntnisse einzusetzen. Das Training hilft Ängste zu reduzieren und sicheres Verhalten zu trainieren. Zusätzlich zum Training wurde eine Sicherheitsbroschüre gestaltet, die alle wichtigen Punkte des Trainings zusammenfasst und noch einmal die sichere Nutzung öffentlicher Verkehrsmitteln erläutert. So können die Trainingsinhalte zu Hause noch einmal in Ruhe wiederholt und gefestigt werden.

Der Erfolg des Trainings ist in der gleichberechtigten Kooperation zwischen der lokalen NGO, dem ZGB Zentrum für Generationen & Barrierefreiheit und dem StadtBus Salzburg, als öffentlichen Verkehrsunternehmen, begründet. Auf diese Weise wird sicher gestellt, dass die Kernkompetenz über die Bedürfnisse älterer Menschen im Hinblick auf Mobilität ebenso wie das entsprechende Fachwissen über die Gegebenheiten des öffentlichen Verkehrs in das Training eingegliedert wird.

Abgesehen von der Entwicklung des Trainings ist die Umsetzung des Trainings mit relativ geringen Kosten verbunden. Es gilt allerdings zu beachten, dass bestimmte Voraussetzungen wie eine umfassende Vorbereitung und das Wissen um die Bedürfnisse älterer Menschen ein bedeutender Faktor für die erfolgreiche Durchführung der Trainings ist. Die Qualität des Trainings hängt maßgeblich von der Professionalität des Trainers ab bzw. dessen Fähigkeit sich mit diesem Thema eingehend auseinander zu setzen. In jedem Fall ist eine Kooperation mit einer sozialen Organisation wünschenswert.

Die alleinige Verantwortung für den Inhalt dieser Publikation liegt bei den AutorInnen. Sie gibt nicht unbedingt die Meinung der Europäischen Gemeinschaften wieder. Die Europäische Kommission übernimmt keine Verantwortung für jegliche Verwendung der darin enthaltenen Informationen.